
Diese Woche war besonders relevant für Marketing‑ und Digitalverantwortliche m/w/d, weil EU‑Regulierung, KI‑Werbemärkte und die wirtschaftliche Entwicklung der Digitalbranche gleichzeitig in Bewegung sind.
Für Unternehmen bedeutet das: Strategien müssen sowohl technologisch als auch regulatorisch belastbar sein.
Die wichtigsten Entwicklungen aus dem deutschsprachigen und europäischen Raum finden Sie kompakt zusammengefasst – inklusive konkreter Handlungsempfehlungen.
Viel Spaß beim Lesen.
Herzliche Grüße
Christina Himmelmann
1) EU‑Regulierung: Apple Ads und Apple Maps vorerst kein DMA‑Gatekeeper
Was ist passiert? Die EU‑Kommission hat entschieden, dass Apple Ads und Apple Maps nicht als Gatekeeper‑Dienste im Sinne des Digital Markets Act eingestuft werden, da Reichweite und Marktbedeutung im EU‑Werbemarkt begrenzt sind.
Warum ist das wichtig? Die Entscheidung zeigt, wie differenziert Plattform‑Regulierung inzwischen erfolgt. Für Marketer bedeutet das: Der Wettbewerb im Advertising‑Ökosystem bleibt dynamisch, und neue Plattformen können sich entwickeln, ohne sofort unter strengste Auflagen zu fallen.
Konkrete Tipps B2B:
• Beobachten Sie neue oder kleinere Plattformen frühzeitig – Regulierung kann ihre Wettbewerbsposition verändern.
• Prüfen Sie alternative Advertising‑Kanäle jenseits der dominierenden Plattformen.
B2C:
• Testen Sie neue Reichweitenquellen in Maps‑, App‑ oder lokalen Suchumfeldern.
• Achten Sie auf regionale Plattform‑Trends in Europa als Ergänzung zu globalen Netzwerken.
Quelle: EU‑Kommission – Commission finds that Apple Ads and Apple Maps should not be designated under the Digital Markets Act (05.02.2026) 🔗 https://digital-markets-act.ec.europa.eu/commission-finds-apple-ads-and-apple-maps-should-not-be-designated-under-digital-markets-act-2026-02-05_en
2) EU prüft Googles Rolle im KI‑Werbemarkt
Was ist passiert? Die Europäische Kommission hat Verfahren eingeleitet, um sicherzustellen, dass Google Verpflichtungen zur Daten‑ und Interoperabilität im Rahmen des DMA einhält – mit besonderem Fokus auf Such‑ und KI‑Werbedaten.
Warum ist das wichtig? Die EU will verhindern, dass bestehende Suchdominanz direkt in KI‑Advertising‑Dominanz übergeht. Für Marketing‑Teams bedeutet das langfristig möglicherweise mehr Wettbewerb und neue Tools im Bereich AI‑Search und Ads.
Konkrete Tipps B2B:
• Beobachten Sie neue Anbieter für AI‑Search‑Marketing und Marketing‑Automation.
• Entwickeln Sie Inhalte, die auch in generativen Suchumgebungen auffindbar sind.
B2C:
• Experimentieren Sie mit Conversational‑Commerce‑Formaten.
• Optimieren Sie Inhalte für semantische Suche und strukturierte Daten.
Quelle: European Commission – Commission opens proceedings to assist Google in complying with DMA obligations (26.01.2026) 🔗 https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_26_202
3) Bitkom: Digitalwirtschaft wächst weiter – Cloud und KI treiben Investitionen
Was ist passiert? Die Digitalwirtschaft in Deutschland soll 2026 um 4,4 % auf rund 245 Mrd. Euro wachsen. Besonders stark steigen Software‑, Cloud‑ und KI‑Umsätze, wobei KI‑Plattformen ein Wachstum von über 60 % erreichen könnten.
Warum ist das wichtig? Mehr Investitionen in Cloud und KI bedeuten steigende Marketing‑Budgets, stärkere Automatisierung und datengetriebene Prozesse – gleichzeitig wächst der Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Performance.
Konkrete Tipps B2B:
• Planen Sie Marketing‑Automation‑ und CRM‑Projekte strategisch für 2026.
• Argumentieren Sie Budgetanträge mit Branchenwachstum und Effizienzgewinnen.
B2C:
• Nutzen Sie KI‑basierte Personalisierung in Kampagnen und Shops.
• Optimieren Sie Customer Journeys entlang digitaler Touchpoints.
Quelle: heise online – Digital economy in Germany continues to grow (22.01.2026) 🔗 https://www.heise.de/en/news/Digital-economy-in-Germany-continues-to-grow-11150824.html
4) Digitale Souveränität und europäische KI‑Infrastruktur gewinnen an Bedeutung
Was ist passiert? Das EU‑Parlament diskutiert Initiativen zur Stärkung europäischer digitaler Infrastruktur und KI‑Ökosysteme, unter anderem durch Investitionsprogramme in Milliardenhöhe, um Abhängigkeiten von US‑Plattformen zu reduzieren.
Warum ist das wichtig? Mehr europäische Plattformen und Infrastruktur könnten mittelfristig neue Werbe‑, Daten‑ und Plattformökosysteme schaffen – mit stärkerem Fokus auf Datenschutz und lokaler Wertschöpfung.
Konkrete Tipps B2B:
• Evaluieren Sie europäische Cloud‑, Analytics‑ oder Martech‑Alternativen.
• Kommunizieren Sie Datensouveränität aktiv im Marketing.
B2C:
• Betonen Sie Transparenz bei Datenverarbeitung und Hosting.
• Testen Sie lokale Plattform‑Partnerschaften oder Payment‑Services.
Meine Empfehlung für eine zuverlässige SaaS-Lösung im Bereich Videokonferenzsysteme:
alfaview® Video Conferencing Systems
Quelle: W&V – Digitale Souveränität: Wie Marken sich jetzt aus dem US‑Würgegriff befreien (05.02.2026) 🔗 https://www.wuv.de/Themen/Media/Digitale-Souveraenitaet-Wie-Marken-sich-jetzt-aus-dem-US-Wuergegriff-befreien
SEO & AI Search: Sichtbarkeit 2026 neu denken
Was ist passiert? Suchmaschinen-Optimierung verändert sich fundamental: Die klassische „Ranking-Schlacht“ bei Google bleibt wichtig, aber KI-gestützte Suche (z. B. ChatGPT, Gemini, Bing AI) und damit verbunden GEO (Generative Engine Optimization) werden in 2026 zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig zeigen neue Analysen, dass traditionelle SEO-Signale allein nicht mehr ausreichen: Sichtbarkeit bedeutet auch, in AI-Antworten und generativen Suchresultaten zitiert zu werden.
Warum ist das wichtig? In einer Welt, in der KI-Assistenten direkte Antworten liefern, sinkt das traditionelle Suchvolumen und verschiebt die Priorität von reinem Ranking zu AI-sichtbarer Autorität und Entity-Stärke. Marken müssen deshalb ihren SEO-Ansatz weiterentwickeln und sowohl klassische Suchalgorithmen als auch AI-answer engines adressieren.
Konkrete Tipps B2B:
• Strukturiere Inhalte für KI-Agents: Nutze klar definierte Überschriften, FAQ-Sektionen, strukturierte Daten (Schema.org) und Entitäten, damit KI-Modelle deine Inhalte als vertrauenswürdige Quelle erkennen.
• GEO/AI-Search-Optimierung einplanen: Fokussiere dich auf Inhalte, die direkt in generativen Antworten zitiert werden könnten – z. B. Expertenantworten, How-tos, Branchen-Insights.
• Messwerte erweitern: Ergänze traditionelle SEO-KPI um AI-Visibility-Metriken (z. B. Zitate in AI-Snapshots, Erwähnungen in generativen Ergebnissen).
B2C:
• Markenautorität stärken: Sammle mehr User-Generated Content (UGC) und Reviews – viele KI-Modelle nutzen externe Signale zur Bewertung von Relevanz und Glaubwürdigkeit.
• Ergänze klassische SEO um GEO: Stelle sicher, dass deine Inhalte nicht nur für Google ranken, sondern auch von Generative Search Engines (ChatGPT, Gemini) verstanden und referenziert werden.
• AI-Tracking und Tools nutzen: Kombiniere klassische SEO-Tools (z. B. Semrush, Ahrefs) mit spezialisierten AI-Visibility-Trackern, um auch Sichtbarkeit in AI-Resultaten zu messen.
Relevante Quellen:
- AI SEO Checklist 2026: Making Your Brand Visible in AI Search – Sandstorm Digital (31.01.2026) 🔗 https://sandstormdigital.com/2026/01/31/ai-seo-checklist-2026-making-your-brand-visible-in-ai-search/
- SEO meets GEO / SEO & AI Search Trends 2026 – Squarespace (02.12.2025) 🔗 https://www.squarespace.com/blog/seo-trends
- SEO Trends 2026: Plattformübergreifende Sichtbarkeit & AI-Search – PromoMasters (17.11.2025) 🔗 https://www.promomasters.at/blog/suchmaschinenoptimierung/
- Best SEO Tools for 2026 – TechRadar (20.01.2026) 🔗 https://www.techradar.com/news/best-seo-tool
💡 Kurz gesagt: SEO 2026 ist ein Zwei-Säulen-System:
- Klassische Suchmaschinen-Optimierung (Google, Bing etc.) für organischen Traffic
- Generative Engine Optimization (GEO) für Sichtbarkeit in KI-Antworten und AI-Search
Marken, die bereits jetzt beide Säulen konsequent adressieren, sichern sich einen Vorsprung in Sichtbarkeit, Vertrauen und Conversion-Potenzial.
Abschluss & Ausblick
Welche Entwicklung hat aktuell den größten Einfluss auf Ihre Marketing‑Strategie: KI‑Advertising, Regulierung oder Daten‑ und Plattform‑Souveränität? Und wo sehen Sie 2026 die größten Chancen für Wachstum?
#DigitalMarketingWeekly #DigitalMarketing #MarketingTrends #AI #KI #MarTech #EURegulation #DMA #Cloud #DataStrategy #B2BMarketing #B2CMarketing #marketingopdeeck #christinahimmelmann

